Vorsorge und Früherkennung

In Deutschland werden uns Frauen von den Krankenkassen jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen ohne Zuzahlungen angeboten.

Seit 2020 hat sich das System der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen national leicht verändert:

Bei Frauen ab 35 Jahren wird der Zellabstrich vom Gebärmutterhals  (Pap-Abstrich) erweitert um das Screening auf HPV-Viren. Eine bestimmte Gruppe von Hochrisiko-HPV-Viren (auch Gebärmutterhalskrebsviren genannt) gilt als Verursacher von Gebärmutterhalskrebs. Daher gilt es, diejenigen Patientinnen mit einer HPV-Infektion zu identifizieren und engmaschiger zu beobachten. Dies sind ca. 8% aller Frauen ab 35 Jahren in Deutschland. Demgegenüber benötigen Frauen dieser Altersgruppe ohne HPV-Infektion nur noch alle 3 Jahre einen Abstrich vom Gebärmutterhals, weil sie kein bedeutsames Risiko für die zwischenzeitliche Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses haben.

Frauen unter 35 Jahren weisen häufiger eine HPV-Infektion auf, erkranken aber sehr viel seltener an Gebärmutterhalskrebs. Deshalb verändert sich in dieser Altersgruppe das jährliche Intervall für Zell-Pap-Abstriche vom Gebärmutterhals nicht, und es wird routinemäßig kein HPV-Abstrich durchgeführt.

Wünschen Sie zusätzliche Abstriche vom Gebärmutterhals (Pap- oder HPV-Abstriche), nehmen wir diese selbstverständlich vor, dann allerdings als Selbstzahler-Leistung.

Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren werden routinemäßig gegen HPV-Infektionen geimpft. Nicht wenige Krankenkassen übernehmen die HPV-Impfung sogar noch bis zu einem Alter von 25-27 Jahren.

Falls Sie als Neupatientin in unsere Praxis kommen, bitten wir Sie, die Vorbefunde Ihrer vorangegangenen Gebärmutterhalsabstriche mitzubringen.

Die jährliche Krebsfrüherkennung bleibt ansonsten – bis auf den eventuellen zwischenzeitlichen Verzicht auf einen Abstrich – bestehen. Dabei müssen seit der letzten Vorsorgeuntersuchung 12 Monate vergangen sein bzw. mindestens 3 Quartale. War beispielsweise Ihre letzte Vorsorgeuntersuchung im Juni 2020, so dürfen Sie 2021 frühestens ab April wieder zur Vorsorge kommen.

Bei der jährlichen Vorsorge und Früherkennung werden das äußere und innere Genitale (äußerer Schambereich, Gebärmutter, Eierstöcke/ Eileiter und Harnblase) sowie die weibliche Brust untersucht. Denn das frühzeitige Erkennen krankhafter Veränderungen z.B. am Gebärmutterhals kann die Ausbildung eines Gebärmutterhalskrebses verhindern. Die Diagnose eines Brustkrebses in einem frühen Stadium birgt in den allermeisten Fällen größere Heilungschancen als in einem fortgeschrittenen Stadium.

Dabei geht es aber auch um gutartige Erkrankungen:

Häufig spiegelt sich der Hormonstatus der Frau in ihren Geschlechtsorganen wider. Gutartige Tumore, angeborene Anomalien und Infektionen können zu dauerhaften Beschwerden führen oder die Fruchtbarkeit der Frau beeinflussen. Entsprechend können und sollten sie frühzeitig behandelt werden. So ist z.B. für Frauen unter 25 Jahren ein Screening auf Chlamydien, das sind relativ stark verbreitete Bakterien, die mit Antibiotika einfach zu bekämpfen sind, vorgesehen.

Vorsorge